Bundesrat: Trippelschritte statt Siebenmeilenstiefel!
Von Andreas Müller, Präsident Swissavant, 16:00 Uhr

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Gestern hat unser Bundesrat die 3-Schritte-Strategie für den Ausstieg aus der aktuellen «Corona-Krise» kommuniziert.


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Das Zurück zur wirtschaftlichen Normalität hat der Bundesrat nun auf die lange Bank geschoben: Ab dem 27. April 2020 sollen unter anderem «Bau- und Gartenfachmärkte» wieder öffnen können. Erst zwei Wochen später, also am 11. Mai 2020, sollen die anderen Einkaufsläden ihren Betrieb wieder aufnehmen. Zum Dritten dürfen frühestens am 8. Juni 2020 die Schulen wie Freizeitbetriebe öffnen und Versammlungen in grossem Stile stattfinden. – Was dies nun für unsere Generalversammlung 2020 heisst, werden wir also erst verlässlich in 52 Tagen wissen!

Mit unserer klaren Branchenoptik gibt es einen «krassen Fehlentscheid», denn was «Baufachmärkte» im Gesamten den Kunden offerieren, haben Eisenwaren- und Haushaltsgeschäfte mit ihrem spezialisierten Sortiment in höherer Qualität und bei professioneller Beratung schon lange. Mehr noch: Die tendenziell kleineren Verkaufsflächen ermöglichen ein klares, detailliertes Schutzkonzept für die Kunden, um die Vorgaben der Hygiene von Seiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in professioneller Art vollumfänglich gegenüber der Kundschaft umzusetzen. Auch die Vorgaben des Abstandhaltens lassen sich auf kleinflächigen Verkaufsflächen, wie es die behördlichen Vorgaben in Österreich geradezu idealtypisch aufzeigen, besser einhalten, als auf der Grossfläche. Mit diesen Überlegungen wurde zu Recht unmittelbar nach Beendigung der bundesrätlichen Pressekonferenz von gestern schriftlich die Präzisierungen der Ladentypen «Baumärkte und Gartencenter» vom Vorstand verlangt. Das Ziel ist klar: Wir wollen für unsere Mitglieder keine wettbewerbsverzerrende Massnahmen, zumal die saisonalen Öffnungsgründe für «Baumärkte und Gartencenter» auch für unsere Mitglieder im KMU-Bereich in uneingeschränkter Weise zutreffen.

Der Bundesrat und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sind gefordert, die notwendigen Präzisierungen in den nächsten 3–4 Tagen für den 27. April 2020 vorzunehmen und damit gleich lange wettbewerbspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen. An dieser Forderung werden wir dezidiert festhalten und den Druck auf dem Bundesrat und das SECO notfalls verstärken!